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Daddy, is this Bubblegum-New Wave-Post-Punk or Neo- Rock 'n Roll - Punk-Rock ???
Anyway...Was macht eigentlich...? Eine beliebte Rubrik, wenn es darum geht, ehedem bekannte Persönlichkeiten noch einmal auszugraben und - zumindest für einen Moment ans Licht der Öffentlichkeit zu holen. Etwas komplizierter wird diese Frage, stellt man sie über Kick Joneses. Warum? Diese Band formierte sich 1991 aus dem, was man ohne Übertreibung eine Punklegende nennen darf: Die Walter Elf, eine der maßgeblichen Punkbands der 1980er Jahre, die wenige Fans zu sentimentalen Gefühlsausbrüchen veranlasst.

Kick Joneses line-up:
Jürgen Schattner: Gitarre
Frank Rahm: Gitarre, Orgel
Dennis Trace: Bass
Lagges Wild: Schlagzeug
Alex Hoffmann: Gesang, Trompete, Orgel
Beppo Götte: Gesang, Trompete, Orgel
Discographie:
CD/LP "Streets full of Idiots" (5% Luxus/Flight 13/Rookie Records, nicht mehr erhältlich)
CD/LP "Who put the Voodoo into Punkrock?" (Flight 13/Rookie Records)
CD/LP "Tales of Discontent" (Boss Tunage/Rookie Records)
CD/LP "True Freaks Union" (Rookie Records/Cargo)

Außerdem zahlreiche EP´s, die alle ausverkauft sind bis auf zwei:
"Paintbox" 4-Song-EP (Flight 13)
"A vanishing Girl" 2-Song-7" (Hit an Hit Records)

Dazu ca. 50.000 Sampler-Beiträge

Da der Mensch Veränderungen in aller Regel skeptisch gegenüber steht und der gemeine Punk sich darin wenig von anderen Spießern unterscheidet, haben Kick Joneses nie die Aufmerksamkeit bekommen, die Walter Elf genoss, obwohl das Nachfolgeprojekt musikalisch so viel inspirierter, so ungleich abwechslungsreicher, anspruchsvoller und komplexer daher kommt. Nun wollen wir uns aber nicht über die musikalische Ignoranz der Massen ereifern, sondern uns schlichtweg darüber freuen, dass diese Menschen ihren Weg genau so gegangen und nicht dem damaligen Erfolg und einer gewissen Hysterie erlegen sind. Hier wühlen sechs Musiker einerseits in der Grabbelkiste ihrer musikalischen Vergangenheit (Beatles, Bubblegum-Pop der 70er, New Wave, Post-Punk), lassen sich andererseits von jüngeren Entwicklungen inspirieren (Britpop, Neo-Rock 'n Roll, Hamburger Schule). Natürlich blitzt hier und da die eigene Punkrock-Vergangenheit durch. Das Resultat: Nie plagiatorisch, immer Kick Joneses.
Mit True Freaks Union haben die Kickies ihr stärkstes Werk geschaffen, das sich nicht im Blick zurück verliert. Nein, es bleibt offen für alles Neue und nimmt eben doch mit, was einem das Leben als 80er-Jahre-Punk mitgegeben oder man sich einfach daraus genommen hat. Wie fragt uns Beppo Götte auf dem Album so trefflich: "Where were you in 82?" Da schissen sich einige von denen, die heute glauben Kick Joneses ignorieren zu können, eben einfach noch die Windeln voll.

Und das Schöne: Live setzen KICK JONESES noch gewaltig einen drauf und lassen auch schonmal die Bläser zum Einsatz kommen

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